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Ruhiger Linde-Normaltag — der Notfalldocs-Effekt zeigt sich bei Spitzenlast.
Szenario
Macht Notfalldocs den Unterschied?
oder Schritt für Schritt:
Tag 1 · 08:00 1 Std ≈ 20 s LÄUFT
Ohne Notfalldocs
👥 Patientenzugang pro Stunde 🚑 Zulaufmix RD vs. Walk-in 🏷 ESI-Mix Anteil pro Stufe 👩 Personal Ärzte / Pflege 🛏 ED-Plätze verfügbar 🧪 Diagnostik Labor / CT 🏥 Stat. Betten % Auslastung 🔍 Triage ESI-Priorisierung Door-to-Doctor Wartezeit (min) 💊 Behandlung LOS (min) 🛋 Boarding wartet auf Bett Disposition entlassen / aufgen. 📈 Durchsatz Pat / h Wartezeit Median / 90p 🛡 Qualität Mortalität / Fehler Wiederkehr 72h Revisits 💰 Wirtschaftl. Kosten / Erlös Legende + positiv negativ direkt indirekt / verzögert Knoten pulsiert → Überlast ESI-Dringlichkeit 1 kritisch → 5 gering Prozess-Zonen Input Ressourcen Prozess Output
Notfalldocs‑Effekt
identische Ankünfte & ESI‑Verteilung, gleiche Ressourcen — einziger Unterschied: Notfalldocs
Kennzahl
Ohne NotfalldocsPapier‑/manuelle Triage
Mit Notfalldocsdigitale Ersterfassung
Δ
Aufnahme‑Durchsatztriagiert / h bei Spitzenlast
ESI 1 ≤ 10 minkritische Fälle Door‑to‑Doctor
Wiederkehr 72hFehler‑/Stress‑getrieben
WartezeitMedian bis zum Arzt
4‑Stunden‑RegelFälle ≤ 4h im Haus (NHS‑Standard)
Parameter & Stellhebel Ärzte, Pflege, ED-Plätze, Betten, ESI-Mix … — hier alles selbst einstellen AufklappenZuklappen
Input / Zugang
1.5 / h
ESI-Mix (1=krit. — 5=harmlos)
ESI 1
2%
ESI 2
13%
ESI 3
42%
ESI 4
30%
ESI 5
13%
Summe: 100%
Ressourcen
2
5
0.70
8
3
45 min
200
92 %
Feedback-Loops3 Rückkopplungs-Schleifen · aufklappen

Drei Feedback-Loops

Hover · Klick zur Hervorhebung im Diagramm
Loop 01 · selbstverstärkend
Überlastschleife
Patientenzugang · ungünstiger ESI-Mix
Behandlungsdauer (LOS)
freie ED-Plätze
Wartezeit
verstärkt sich selbst
Druck ruhig
Loop 02 · kritisch
Boardingschleife
stationäre Betten verfügbar
Boarding-Zeit
Wartezeit · Boarder blockieren ED
ED-Kapazität
noch weniger Kapazität
Druck ruhig
Loop 03 · latent
Personalstress
Auslastung
Stress · ↓ Effizienz
Fehler / Nacharbeit
LOS
noch höhere Auslastung
Druck ruhig
Modellannahmen & Limitierungen aufklappen für Details

Wirkmodell Notfalldocs

Beide Spalten erhalten dieselben Ankünfte und ESI-Verteilung (gemeinsame Quelle, Seed 42). Einziger Unterschied sind fünf Effekt-Faktoren:

  • Pflege-Triage 6 → 3 Min/Patient (×2 Durchsatz) — digitaler Selbst-Wizard, Pflege validiert ein strukturiertes Ergebnis statt eines Voll-Interviews. Wirkt v.a. bei Andrang/Spitzenlast.
  • Ärztliche Anamnese 8 → 5 Min/Fall (×1,6) — Anamnese-Doppelung entfällt, der Arzt nimmt Faelle schneller auf. Bindet, wenn Ärzte knapp sind (Personalmangel).
  • Behandlungsdauer (LOS) −11 % — strukturierte Ersterfassung, kein Doppel-Interview/Doku, sauberer Handover.
  • Fehlerrate ×0,4 — deterministisches ESI senkt Fehl-Einstufungen → weniger Wiederkehrer und niedrigerer Mortalitäts-Proxy. Wirkt stärker bei unerfahrenem Personal (niedriger Skill-Mix).
  • Personal-Belastung ×0,75 — digitale Doku senkt die Stress-Akkumulation; ein schnellerer Durchsatz macht das Team nicht kränker.

ESI 1 (Reanimation) umgeht in beiden Varianten die Triage und startet sofort (Schockraum / „Quick Look“) — Notfalldocs gefährdet die kritischen Fälle nicht, es beschleunigt den Durchsatz für alle übrigen. Notfalldocs fügt keine Betten oder ED-Plätze hinzu: in der Bettenkrise bleibt der Engpass bestehen, der Effekt ist dort ehrlich begrenzt.

Architektur

  • Stocks-and-Flows-Modell, 1 Tick = 1 Sim-Minute
  • Zufallszahlen: Mulberry32 mit Seed 42 — identische Slider-Werte erzeugen identische Verläufe
  • Patientenankunft: Poisson-Prozess mit Rate arrivalRate/60 pro Minute; im Normaltag mit Tageszeit-Profil (ruhige Nacht, Nachmittags-Peak)
  • Triage als Engstelle: round(nurses/4) Plätze × (1 / Bearbeitungszeit); Basis 6 Min/Patient, mit Notfalldocs 3 Min → Aufnahme-Durchsatz ×2 bei Spitzenlast
  • Ärztliche Anamnese als zweite Engstelle: doctors / Anamnese-Min Faelle/Min (8 Min, mit Notfalldocs 5 Min)

Behandlungsdauer (Basis-LOS)

Service-Zeit = Basis × (1 + stress·0,4) × (0,7/skillMix) × docLoad × Streufaktor

ESIBasis-LOSAufnahmeDiagnostik
1120 min95 %85 %
290 min70 %75 %
360 min35 %55 %
435 min10 %25 %
520 min2 %10 %

Kapazitätslogik

  • ED-Platz bleibt belegt während Behandlung, Diagnostik und Boarding (Loop 2-Wirksamkeit)
  • 1 Arzt versorgt ~4 Patienten parallel; bei mehr steigt die LOS proportional
  • Bett-Abfluss: (1 − bedOccupancy) · hospitalBeds / 60 Patienten/Min
  • Diagnostik kann bis zu diagCap Patienten parallel halten, mittl. Dauer diagDur ± 25 %

Stress & Fehler

  • Stress = EWMA α=0,05 über Auslastung der letzten ~20 Minuten
  • Fehlerrate: (0,005 + stress·0,05) · (0,7/skillMix) pro Disposition (mit Notfalldocs ×0,4)
  • Wiederkehrquote: 4 % + 80 · Fehlerrate + 10 · stress über alle abgeschlossenen Fälle, kappiert bei 28 %
  • Mortalitäts-Proxy: 1‰ + 0,1 · ESI-1/2-90p-Wartezeit (Wartezeit ab Ankunft, inkl. Vor-Triage-Stau)

Compliance-Schwellen

  • 4-Stunden-Regel (NHS-Standard): Anteil Fälle die innerhalb 240 min vom Eintreffen bis zur Entlassung/Aufnahme abgeschlossen sind. Ziel ≥ 95 %
  • ESI 1 in 10 min: Anteil ESI-1-Fälle deren Door-to-Doctor-Zeit ≤ 10 min ist. Ziel ≥ 90 %
  • Beide laufend über die letzten 60 Sim-Minuten der abgeschlossenen Fälle

Was das Modell nicht abbildet

  • Tageszeit-Profil nur im Normaltag — die Spitzenlast-/Krisen-Presets laufen bewusst konstant
  • Kein Schichtwechsel — Personalstärke konstant über den Tag
  • CT/Labor zusammengefasst zu einem Diagnostik-Knoten
  • Schockraum als Bypass modelliert (ESI 1 umgeht Triage + Anamnese), nicht als eigene physische Lane
  • Wirtschaftlichkeit ist eine illustrative Demo-Größe (kein CH-DRG/TARDOC-Tarif)