Wirkmodell Notfalldocs
Beide Spalten erhalten dieselben Ankünfte und ESI-Verteilung (gemeinsame Quelle, Seed 42). Einziger Unterschied sind fünf Effekt-Faktoren:
- Pflege-Triage 6 → 3 Min/Patient (×2 Durchsatz) — digitaler Selbst-Wizard, Pflege validiert ein strukturiertes Ergebnis statt eines Voll-Interviews. Wirkt v.a. bei Andrang/Spitzenlast.
- Ärztliche Anamnese 8 → 5 Min/Fall (×1,6) — Anamnese-Doppelung entfällt, der Arzt nimmt Faelle schneller auf. Bindet, wenn Ärzte knapp sind (Personalmangel).
- Behandlungsdauer (LOS) −11 % — strukturierte Ersterfassung, kein Doppel-Interview/Doku, sauberer Handover.
- Fehlerrate ×0,4 — deterministisches ESI senkt Fehl-Einstufungen → weniger Wiederkehrer und niedrigerer Mortalitäts-Proxy. Wirkt stärker bei unerfahrenem Personal (niedriger Skill-Mix).
- Personal-Belastung ×0,75 — digitale Doku senkt die Stress-Akkumulation; ein schnellerer Durchsatz macht das Team nicht kränker.
ESI 1 (Reanimation) umgeht in beiden Varianten die Triage und startet sofort (Schockraum / „Quick Look“) — Notfalldocs gefährdet die kritischen Fälle nicht, es beschleunigt den Durchsatz für alle übrigen. Notfalldocs fügt keine Betten oder ED-Plätze hinzu: in der Bettenkrise bleibt der Engpass bestehen, der Effekt ist dort ehrlich begrenzt.
Architektur
- Stocks-and-Flows-Modell, 1 Tick = 1 Sim-Minute
- Zufallszahlen:
Mulberry32 mit Seed 42 — identische Slider-Werte erzeugen identische Verläufe
- Patientenankunft: Poisson-Prozess mit Rate
arrivalRate/60 pro Minute; im Normaltag mit Tageszeit-Profil (ruhige Nacht, Nachmittags-Peak)
- Triage als Engstelle:
round(nurses/4) Plätze × (1 / Bearbeitungszeit); Basis 6 Min/Patient, mit Notfalldocs 3 Min → Aufnahme-Durchsatz ×2 bei Spitzenlast
- Ärztliche Anamnese als zweite Engstelle:
doctors / Anamnese-Min Faelle/Min (8 Min, mit Notfalldocs 5 Min)
Behandlungsdauer (Basis-LOS)
Service-Zeit = Basis × (1 + stress·0,4) × (0,7/skillMix) × docLoad × Streufaktor
| ESI | Basis-LOS | Aufnahme | Diagnostik |
| 1 | 120 min | 95 % | 85 % |
| 2 | 90 min | 70 % | 75 % |
| 3 | 60 min | 35 % | 55 % |
| 4 | 35 min | 10 % | 25 % |
| 5 | 20 min | 2 % | 10 % |
Kapazitätslogik
- ED-Platz bleibt belegt während Behandlung, Diagnostik und Boarding (Loop 2-Wirksamkeit)
- 1 Arzt versorgt ~4 Patienten parallel; bei mehr steigt die LOS proportional
- Bett-Abfluss:
(1 − bedOccupancy) · hospitalBeds / 60 Patienten/Min
- Diagnostik kann bis zu
diagCap Patienten parallel halten, mittl. Dauer diagDur ± 25 %
Stress & Fehler
- Stress = EWMA α=0,05 über Auslastung der letzten ~20 Minuten
- Fehlerrate:
(0,005 + stress·0,05) · (0,7/skillMix) pro Disposition (mit Notfalldocs ×0,4)
- Wiederkehrquote:
4 % + 80 · Fehlerrate + 10 · stress über alle abgeschlossenen Fälle, kappiert bei 28 %
- Mortalitäts-Proxy:
1‰ + 0,1 · ESI-1/2-90p-Wartezeit (Wartezeit ab Ankunft, inkl. Vor-Triage-Stau)
Compliance-Schwellen
- 4-Stunden-Regel (NHS-Standard): Anteil Fälle die innerhalb 240 min vom Eintreffen bis zur Entlassung/Aufnahme abgeschlossen sind. Ziel ≥ 95 %
- ESI 1 in 10 min: Anteil ESI-1-Fälle deren Door-to-Doctor-Zeit ≤ 10 min ist. Ziel ≥ 90 %
- Beide laufend über die letzten 60 Sim-Minuten der abgeschlossenen Fälle
Was das Modell nicht abbildet
- Tageszeit-Profil nur im Normaltag — die Spitzenlast-/Krisen-Presets laufen bewusst konstant
- Kein Schichtwechsel — Personalstärke konstant über den Tag
- CT/Labor zusammengefasst zu einem Diagnostik-Knoten
- Schockraum als Bypass modelliert (ESI 1 umgeht Triage + Anamnese), nicht als eigene physische Lane
- Wirtschaftlichkeit ist eine illustrative Demo-Größe (kein CH-DRG/TARDOC-Tarif)